Foto/ Montage: Eva Brunner-Szabo
Foto/ Montage: Eva Brunner-Szabo
Foto/ Montage: Eva Brunner-Szabo
Foto/ Montage: Eva Brunner-Szabo
Lichtdemo
(mpg-5,4MB)
Eva Brunner-Szabo

Lichtinstallation

für Mauthausen

„Dieses Jahrhundert gehört dem Licht“ meinte Lászlo Moholy-Nagy* 1927, doch dieses vorige Jahrhundert gehörte, wie sich nur kurz später herausstellte, der Finsternis.

Es war 2006, ein Novembertag – feucht, kühl, grau –, als ich die Lagerstraße entlang ging. Ich dachte dauernd an Licht, weil doch das Leben an diesem Ort von Finsternis bestimmt war. Und ich dachte auch daran, was mir Hans Deutsch, ein ehemaliger Häftling des Lagers, gesagt hatte. „Am 6. Mai zeitig in der Früh bin ich abmarschiert. Das war ein unvergessliches Bild, dort herauszugehen aus dem Lager. Es war ein regnerischer Tag, der Asphalt so glänzend im Gegenlicht, es war ein Bild, das einem bleibt.“ Dieses von ihm beschriebene Bild ist mir – in mir – geblieben. Als ich den Ort verließ, wusste ich, dass ich mit Licht arbeiten werde.

Licht kann einen Ort transformieren, dekonstruieren oder redefinieren. Die Lichtinstallation, welche die BesucherInnen auf ihrem Weg hinaus durchschreiten müssen, besteht aus monochrom-farbigen Einzelbildern, die sich aus den letzten 11 Takten des Oratoriums „… und alle Toten starben friedlich…“ ableiten. Die einzelnen Töne dieser 11 Takte erzeugen ein in Rhythmus, Farben und Intensität variierendes Stück.
Diese Installation erzeugt keine filmische Illusion, sondern sie vergegenwärtigt den BesucherInnen die Wirkungsweise des Lichts und ihre eigenen subjektiven Wahrnehmungen und Befindlichkeiten beim Verlassen dieses Ortes.

* László Moholy-Nagy, geb. 1895 in Ungarn, gest. 1946 in Chicago. Maler, Designer und Fotograf. Lehrte bis 1928 am Bauhaus in Dessau. 1934 Emigration über Amsterdam und England in die USA. Begründer des New Bauhaus in Chicago.